Ausverkauf und Ende

Der interessierte Beobachter mag sich die Augen reiben angesichts der aktuellen Geschehnisse deutscher Tagespolitik. Banker, die uns neuartige Konstruktionen erklären, mit denen die Rettung Griechenlands doch noch klappen wird. Eine Bundeskanzelerin, die aus “innerer Betroffenheit” AKWs abschaltet, beraten von Ethikkommissionen aus Pastoren und anderen Fachleuten.

Dazu ein wildgewordener Außenminister, der von seiner Kanzlerin gerade noch davon abgehalten werden kann, sich im Sicherheitsrat auf die Seite Russland und Chinas zu schlagen. Man kann es kaum fassen, mit welcher Leichtigkeit und mit welchem Mangel an geschichtlichem Hintergrundwissen, diese Politiker Entscheidungen treffen. Es ist wie in einem Jumbo, und vorne am Steuer sitzt, abgeschirmt durch eine panzerfeste Tür, der wildgewordenen Steuermann, den den Unterschied zwischen Höhe und Geschwindigkeit nicht kennt. Und man sitzt als Beteiligter mit drin, wird durchgerüttelt, erhält ständig beruhigende Ansagen und ist im Grunde machtlos.

Welch ein schauderhaftes Schauspiel. Dazu kommt, dass man den wildgewordenen Piloten auch noch selbst installiert hat! Schließlich waren es diese Leute, die die Wahl gewonnen haben! Man muss es sich im Kopfe zergehen lassen. Eine Truppe aus selbsterannten Fachleuten, von denen jeder mal so eben das Resort des Kollegen übernehmen könnte, falls der Kollege ausfällt. Ein universell einsetzbares Wunderkommando, das sich nicht einmal mit guten Beratern umgibt.

Obwohl wir innerhalb Europas wirtschaftlich prächtig dastehen, verschlägt einem die Tagespolitik den Atem. Diese Regierung müsste unbedingt weg, leider sind wirklich überhaupt keine geeigneten Nachfolger in Sicht. Die Lage ist extrem beschissen.

Jetzt kommt auch noch Griechenland dazu. In Politrunden sieht man bisweilen griechische Schauspieler, die an Wirtschaftsfachleute appelieren, doch “bitte den Menschen, und nicht die Zahlen” hinter den möglichen Hilfen zu sehen. Die Deutschen hätten ja schon bis jetzt 500 Mio. an den gewährten Krediten verdient. Das haut dem Fass den Boden rauss. Der hübsche Schaupieler verwechselt hier etwas und hat die Größenordnungen noch nicht überschaut. Was sind 380 Mrd. Risikokapital gegen 500 Mio. Zinsen? Das ist krass!

Und jetzt schlagen sie wildgewordenen Griechen zuhause noch die Scheiben ein und starten einen kleinen Bürgerkrieg. Maßlose Gewerkschaften, korrupte Beamte, abgeschottete Märkte. Das ist alles, was sie in 20 Jahren EU-Mitgliedschaft auf die Beinen gestellt haben, es ist armselig, richtig jämmerlich.

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