Adenauer und Enke
Heute kam in den Nachrichten, dass Deutschland die größte Trauerfeier seit Adenauer erlebt habe. Sie haben um Robert Enke getrauert. Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Er war ein großer Torwart, keine Frage, aber das? Wieviel Leute kommen jeden Tag um und begehen Suizid? Kein Mensch fragt danach. Dabei hat er Frau und Kind zurückgelassen, eigentlich hat er versagt!
Diese Gesellschaft hat keine Tiefe mehr, sie erfüllt sich selbst in Oberflächlichkeiten. Der kleine Mann trauert um den großen Torwart, nicht nur das: er vergleicht sich sogar mit ihm. Sie vergleichen sich jeden Tag in Fernsehshows und Soaps. Jugendliche geben sich hin und glauben vor der Kamera singen und sich ausstatten zu müssen wie Robby Williams oder andere sogenannte Starlets. Sie können nicht richtig lesen oder schreiben, aber wollen uns mit ihrem Halbkönnen beglücken. “Kids” verbringen Stunden vor Spiegeln, Fußballer in der Kreisklasse können keine 45 Minuten durchspielen, ohne sich mit großer Gestik alle 10 Minuten die Iso-Flasche reichen zu lassen. Wo bleibt die Sinn- und Wahrhaftigkeit? Die Gesellschaft hat keine tiefen, inneren Werte und die Medien tun ihr Übriges dazu. Hipes und Trends, Stimmungen und Booms bestimmen unser Leben. Diese Gesellschaft lebt von Hartz, hat Ansprüche und ist dabei so flach und dumm.


